In Bayern leben aktuell über 1,6 Millionen Menschen in Armut beziehungsweise an der Armutsgrenze. „Die Armut ist längst in der Breite der Bevölkerung angekommen“, sagt Thomas Beyer, der Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt. Auch im vergleichsweise wohlhabenden Landkreis Starnberg öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter.
Eine Vollzeitbeschäftigung bietet keinen Schutz mehr vor dem Abgleiten in Armut. Immer mehr Arbeitnehmer müssen ihren zu geringen Lohn am Monatsende beim Sozialamt aufstocken lassen. Die Bezieher niedriger Einkommen sind nicht in der Lage, bei stetig steigenden Kosten für Miete, Lebensmittel und Energie für ihr Alter vorzusorgen. Die Altersarmut ist dann vorprogrammiert. Es ist der SPD ein besonderes Anliegen, die Missstände auf dem Arbeitsmarkt – auch durch die Einführung eines echten Mindestlohns – in Zukunft zu unterbinden.
Armut grenzt aus
Kinder aus armen Familien haben in der Schule häufiger schlechte Noten und sie bleiben öfter sitzen. Die Chance für einen Übertritt aufs Gymnasium ist bei Kindern aus wohlhabenden Familien vier Mal höher.
Armut macht krank
Die gesundheitlichen Folgen von Armut sind beträchtlich. Menschen, die in Armut leben, haben eine geringere Lebenserwartung als Menschen mit einem höheren Einkommen. Nach Angaben der Bundesärztekammer beträgt der Unterschied bei Frauen 8,4 Jahre und bei Männern 10,8 Jahre.
Nach Ansicht von Tim Weidner, Referent für Soziales und Senioren im Starnberger Stadtrat, ist ein Landkreis „ein soziales Gemeinwesen, ein Netz, das alle Menschen einschließen muss. Wir wollen, dass alle in Würde leben können.“ Daher hat er im Namen der SPD-Kreistagsfraktion – nach dem Vorbild des Landkreises München – die Erstellung eines Armutsbekämpfungsplans auf der Grundlage eines Armutsberichts beantragt. „Wir erwarten von einem Armutsbekämpfungsplan Antworten auf die drängende Frage, wie der Landkreis gegen Ursachen und Symptome der Armut vorgehen kann“, erläutert Weidner. Der Kreistag wird nach der Sommerpause über den Antrag entscheiden.

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